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Es geht um den bislang wohl größten Datendiebstahl weltweit. 130 Millionen Kreditkartendaten soll ein Amerikaner gestohlen haben. Nicht sein erster Coup
Der 28-jährige Albert Gonzales wird nach Angaben des US-Justizministeriums in Washington beschuldigt, gemeinsam mit zwei russischen Komplizen für den größten Diebstahl von Kreditkarten-Daten in der Geschichte verantwortlich zu sein. Dem Hacker-Trio sei es gelungen, so die Staatsanwaltschaft in New Jersey in einer jetzt erhobenen Anklage, die Daten von 130 Millionen Kreditkarten zu knacken – rund zehn Prozent aller in Amerika ausgegebenen Karten. Am Dienstag war noch unklar, welcher Schaden durch den Datenklau entstanden ist.
Gonzales, der keine Ausbildung als Informatiker oder Computerfachmann hat, sitzt derzeit in Brooklyn (New York) in Haft. Er spiele eine "sehr wichtige Rolle" in einem ganzen Hackerring, der auf Kreditkarten-Betrug spezialisiert sei, sagte Seth Kosto von der Staatsanwaltschaft in New Jersey dem Wall Street Journal. Gonzales sei ein "aufstrebender Star" der Internet-Untergrund-Szene gewesen, so die Zeitung. Erweisen sich die Anschuldigungen als richtig, wäre es der größte bislang bekannt gewordene Datendiebstahl der Welt. Und Gonzales gilt den Ermittlern dabei als Kopf der Diebesbande.
Nicht sein erster Einsatz dieser Art. Er war das erste Mal 2003 wegen ähnlicher Vergehen beschuldigt worden. Damals aber kooperierte er mit dem amerikanischen Secret Service und sollte für diesen andere Hacker jagen. Dafür war er straffrei ausgegangen. Allerdings arbeitete er anschließend wohl für beide Seiten und der Geheimdienst trennte sich von ihm.Seit 2008 sitzt er wegen Datendiebstählen bei einer Restaurantkette in Haft. Die Taten, denen er nun beschuldigt wird, passierten noch vor der Verhaftung im Mai 2008.
Gonzales und die beiden anderen Männer haben nach Erkenntnissen der Justizbehörden seit Oktober 2006 Kartennummern und Namen ausgespäht, darunter in den Computersystemen einer Firma für Zahlungsabwicklungen in New Jersey, bei der 7-Eleven-Supermarktkette und weiteren landesweit und regional tätigen Einzelhändlern. Bei ihren virtuellen Raubzügen hätten sich die Hacker Sicherheitslücken in der Programmierung sogenannter SQL-Datenbanken zunutze gemacht, hieß es.
Außerdem hätten sie ausgefeilte Techniken angewandt, um ihre Angriffe zu tarnen und ihre Aufdeckung durch Anti-Viren-Software zu verhindern. Die ausgespähten Daten seien dann an eigene Server in den US-Bundesstaaten Kalifornien und Illinois sowie in Lettland, den Niederlanden und der Ukraine übermittelt worden.
Wie die New York Times berichtete, suchten sich die Hacker ihre Opfer anhand der "Fortune 500"-Liste, dem Verzeichnis der 500 umsatzstärksten US-Unternehmen, aus. Im Falle einer Verurteilung in dem neuen Verfahren drohen Gonzales, der sich im Internet "soupnazi" (Suppen-Nazi) nennt, wegen Verschwörung und Verschwörung zum Kartenbetrug bis zu 25 Jahre Haft sowie Geldstrafen in Höhe von insgesamt bis zu 500.000 Dollar. Andere Berichte gehen sogar von 30 Jahren Haft und einer Million Dollar Strafe aus. (ZEIT ONLINE) |